NPD-Bayern auf der Schleimspur des Systems?
12.05.09 (Augsburg, Bayreuth, Cham, Hof, Main Spessart, München, Nürnberg/Fürth, Regensburg, Weiden/Tirschenreuth)
Am Samstag, den 09.05.2009, fand in Bayern der Landeswahlparteitag der Nationaldemokraten statt. Das Datum schien, 64 Jahre und einen Tag nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht, inhaltlich wohl bindend für einige Teile des Landesvorstandes und der werten Delegiertenschaft.
Mit knapper Mehrheit wurde ein vom Landesverband eingebrachter Antrag positiv verabschiedet, der die mißverständliche Überschrift: „2000 Jahre Widerstand für Freiheit und soziale Gerechtigkeit!” trug.
Dieses 1 1/2-seitige Schriftstück sollte maßgeblich von Axel Michaelis - dem Landesgeschäftsführer - erarbeitet worden sein, trägt aber laut zahlreicher interner Kenner der Landes-NPD-Szenerie eindeutig die Handschrift des stellvertretenden Landesvorsitzenden Sascha Roßmüller. Im Vorfeld der Verabschiedung kam es zu erheblichen kontroversen Diskussionen im Saal.
Nach den üblichen nationalen Allgemeinplätzen in dem Antrag, mit der Intention der Verfasser die Delegierten einzulullen, kommen der oder die Autoren dann zum wesentlichen Inhalt des Beschlußes:
„Als Gegenposition zum herrschenden Kapitalismus einen (nationalen) Sozialismus zu postulieren,…, engt einerseits unserer (sic!) Wirkungsmöglichkeiten ein und zeugt andererseits von wenig politischer Innovation und Kreativität.”
Dies heißt im Klartext, man hat sich von den Positionen und der Integration der Verfechter des Nationalen Sozialismus innerhalb des bayerischen Parteigeflechts nun gänzlich verabschiedet. Der bisher erfolgreichen Parteistrategie der letzten Jahre, gerade auch und insbesondere freie Kräfte in der NPD als Sammlungsbewegung zu integrieren, wurde hiermit wieder einmal eine Abfuhr erteilt. Positionen des Nationalen Sozialismus finden nun neben nationalkonservativen und nationalliberalen keinen Platz mehr – zumindest in der Bayern-NPD. Dies ist allerdings nur die konsequente Fortführung der Ausrichtung des katastrophalen Landeswahlkampfes der NPD-Bayern 2008, die ebenfalls maßgeblich Sascha Roßmüller zu verantworten hat. Die Hoffnung den enttäuschten CSU-Wähler für die Nationaldemokraten zu gewinnen, ging trotz dem selbstlosen Wahlkampfeinsatz, insbesondere der jungen und radikaleren Kräfte, deutlich in die Lederhose. Die CSU-Wähler wanderten zwar wie allseits prognostiziert scharenweise ab, jedoch nicht in Richtung der NPD, sondern zur FDP und den Freien Wählern. Die soziale Frage in den Mittelpunkt zu stellen überließ man getrost der Linkspartei. Selbst die Republikaner konnten nicht geschlagen werden.
Gerade die NPD und insbesondere der damalige Amtsleiter Politik, Sascha Roßmüller, bekämpften auf Bundesebene schon Jahre lang eine nationale und sozialistische Ausrichtung der Partei und stülpten ihr eine Mentalität über, die weder Fisch noch Fleisch, weder Sekt noch Selters war. Dieses Vakuum füllten nationale Denkschulen wie die Deutsche Akademie, zahlreiche parteifreie Internet- und Zeitungsprojekte, die Gruppe „Sache-des-Volkes” und auch einzelne freie Kameradschaften von außen. Dies zeigt sich heute auch an parteifreien bundesweiten Schulungen, Flugblattkampagnen und Demonstrationen, an der sich auch gegen die „bayerische Linie” parteigebundene Aktivisten beteiligen.
Worin die vermeintliche „Innovation und Kreativität” der neuen und alten bayerischen Parteilinie besteht, bleibt selbstredend weiter im Dunkeln. Nationale Beobachter sehen vielmehr die Ebnung in den maßgeblich von Holger Apfel postulierten „sächsischen Weg”, der offensichtlich irgendwann in der Sackgasse einer bürgerlichen und systemangepaßten sog. „Vereinigten Rechten” endet, die ohne Nationalen Sozialismus das sich selbst anheftende Schmuddelimage beseitigen will. Dieser Weg ist allerdings gnadenlos auf Wahlerfolge ausgelegt, nicht auf weltanschauliche Positionen und schon gar nicht revolutionär gedacht. Man marschiert gnadenlos in Richtung Systemreformation, von systemüberwindender Sprengkraft kann keine Rede mehr sein. Daß dieser Kurs schon bei weniger „ns-belasteten” Gruppierungen wie „Pro Köln” scheiterte wird in der Eigenanalyse natürlich nicht berücksichtigt. Vielmehr wird immer weiter stur in Richtung systemanbiedernder Bürgerlichkeit, Antiradikalität und Ausgrenzung gegenüber nationalrevolutionären Positionen durch die „sächsischen Weg“elagerer hingearbeitet.
So fiel dann auch im Antrag nicht nur die Entscheidung gegen den Nationalen Sozialismus und dessen Anhänger, sondern auch gegen die im Nationalen Widerstand allgemein anerkannte politische Position des Antiimperialismus. Man sprach sich gegen einen angeblich „…häufig und undifferenziert gepflegten Antiamerikanismus einerseits und internationale Solidaritätsbekundungen andererseits…” aus. Will wohl sagen, daß wir uns nun nach über 64 Jahren Besatzung endlich dazu durchringen sollten, diese auch als solche zu akzeptieren. Was kümmert uns das Schicksal der Palästinenser, der Iraner und Iraker, der Afghanen und aller anderen Völker der Welt, die wie wir Deutsche unter der Knute der Fremdherrschaft und Fremdbestimmung in den verschiedensten Graden zu leiden haben? „Yes, we can”, mag man die oder den Verfassern des Pamphletes schreien hören und all jene Delegierten, welche ihre Zustimmung der antinationalen und proamerikanischen Positionen ihre Stimme gaben.
Sascha Roßmüller wurde nach Augenzeugenberichten auch aufgefordert die NPD in Richtung DVU zu verlassen, was von einer Vielzahl der Delegierten auch frenetisch beklatscht wurde. Die Zeit scheint jedoch für ihn und andere noch nicht reif. Vielmehr jongliert man einen sich seit November 2008 immer weiter zerreißenden Landesverband durch die Politmanege. Einige, insbesondere junge und aktivistische Delegierte, gaben Absichtserklärungen von sich, die Partei nun verlassen zu wollen. Es bleibt ebenfalls abzuwarten, wie sich andere bekennende Nationale Sozialisten jetzt weiterhin verhalten werden, wie weit die Selbstverleugnung bei Ihnen noch geht und ob sie sich aus Parteidisziplin sogar nun zum Proamerikanismus, zum Anti-Nationalsozialismus und zur uneingeschränkten Bürgerlichkeit bekehren lassen.
Die Pestkeime des „sächsischen Weges”, die offensichtlich nun auch Bayern infizierten, führen unweigerlich auch zu einem Pro-Zionismus und zur Akzeptanz eines Staatsbürgerrechtes, welches sich nicht in alter Tradition des nationalen Deutschlands auf die Blutsfrage beruft, sondern auf Paß- und Einbürgerungsvorschriften.
Dies mündet in den Anfang vom Ende Deutschlands und seiner uralten Werte des Widerstandes. Der mit den „2000 Jahren…” bemühte germanische Volksheld Armin der Cherusker würde im Teutoburger Wald wohl heute nicht den Römern, aber so manchen bayerischen NPD-Funktionär mit dem Schwert ordentlich den Arsch versohlen.
Mit der Verabschiedung dieses Antrages zeigt der Landesverband auch deutlich seine Kampfbereitschaft gegenüber der eigenen Bundespartei, die in ihrem jüngsten Standortpapier „Der Deutsche Weg” ein anderes Bild der Partei favorisiert. Dort heißt es u.a.:
„Unser Erscheinungsbild, unsere Programmatik und unser Vokabular haben radikal, aber verständlich zu sein. Zahlenmäßig schwindende Gesellschaftsschichten wie das noch besitzende Bürgertum klassischer Art, dürfen uns nicht dazu verleiten, in kurzsichtiger Manier weltanschauliche Grundsätze über Bord zu werfen. Ein Kampf auf Biegen und Brechen um die Stimmen konservativer Wähler würde aber genau das zur Folge haben und uns unserer eigenen Weltanschauung entfremden und entwurzeln. Das liberalkapitalistische System hätte uns an dem Tag besiegt, an dem wir Teil desselben werden.”
Es wird sich wohl die nächsten Monate herauskristallisieren, inwieweit die Selbstdemontage des bayerischen NPD-Landesverbands auch nach außen spürbar wird. Jetzt wäre auch genau der richtige Zeitpunkt sich für einige deutlich innerhalb und außerhalb der Partei zu positionieren. Entweder vermeintlich nationale Politik auf der Schleimspur des Systems zu praktizieren oder mit klaren nationalen, sozialistischen und revolutionären Forderungen, die Herzen jener Deutschen zu gewinnen, die am meisten unter der kapitalistischen Wirklichkeit in der BRD zu leiden haben.
Nationaler Sozialismus voran!
Dokumentation des verabschiedeten Antrags:
2000 Jahre Widerstand - für Freiheit und soziale Gerechtigkeit!
Zielorientierung
Als Protestpartei kann eine nationale Partei nur ein begrenztes und zudem unbeständiges Wählerpotential ansprechen. Daher muß die NPD Stammwähler gewinnen. Dies ist nur möglich, indem wir uns mit der Lebenswirklichkeit der deutschen Normalbürger beschäftigen, uns seiner Probleme annehmen und ganz konkrete Perspektiven und Alternativen aufzeigen, die ihr eigenes Lebensumfeld betreffen. Schrittweise muß es uns gelingen, problem- und zielorientiert zu arbeiten. Wir sprechen häufig Probleme an, die den meisten Landsleuten ohnehin bewußt sind. Allerdings bieten wir immer noch viel zu selten Alternativen und realistische Ziele unserer Politik an.
Darauf zu hoffen, daß sich enttäuschte oder wütende Deutsche automatisch der nationalen Opposition zuwenden, wenn nur die Zeiten schlechter werden, ist ein Vabanquespiel mit ungewissem Ausgang und berücksichtigt nicht die gewaltigen Ressourcen des Systems, welche es zur Niederhaltung der nationalen Opposition einsetzen werden. Zudem wird das System zu gegebener Zeit versuchen, mittels einer rechtspopulistischen Formation dem authentischen nationalen Widerstand die Stoßkraft zu nehmen und die Unzufriedenheit der Deutschen systemkonform zu neutralisieren. Daher ist es unser Auftrag, die Deutschen für unsere politischen Überzeugungen zu gewinnen. Welche Wirtschaftspolitik bieten wir konkret an? Wie funktioniert die raumgebundene Volkswirtschaft? Für welche Sozial- und Gesellschaftspolitik steht die NPD?
Als Gegenposition zum herrschenden Kapitalismus einen (nationalen) Sozialismus zu postulieren (über den mindestens ebenso viele unterschiedliche Definitionen und Vorstellungen existieren, wie über den Kommunismus in den K-Gruppen Anfang der siebziger Jahre), engt einerseits unserer Wirkungsmöglichkeiten ein und zeugt andererseits von wenig politischer Innovation und Kreativität. Wir leben weder im Jahre 1873 noch im Jahre 1929, sondern wir haben die Bedingungen und Realitäten des 21. Jahrhunderts zur Kenntnis zu nehmen und Antworten auf die Fragen der Gegenwart und der Zukunft zu geben. An dieser Herausforderung werden wir gemessen, hier werden wir siegen oder scheitern.
Deutsche Interessen
Die NPD hat konsequent zwischen innen- und außenpolitischen Interessen unseres Volkes zu unterscheiden.
So ist jegliches Zugeständnis an moslemische oder sonstige raumfremde Landnehmer in Deutschland angesichts der sich etablierenden Parallelgesellschaften fehl am Platze. Unter außenpolitischen Aspekten ist die Solidarität zu allen Staaten und Nationen, die sich den One-World-Strategen widersetzen, dagegen ein selbstverständliches Gebot für deutsche Nationalisten.
Insofern hat aber der häufig undifferenziert gepflegte Antiamerikanismus einerseits und internationale Solidarisierungsbekundungen andererseits keine oder kaum nennenswerte politische Auswirkungen auf unseren eigentlichen Auftrag, Freiheit und soziale Gerechtigkeit für unser Volk zu erkämpfen. Denn dies werden weder Araber noch Südamerikaner für uns tun.
Freiheit und Volksherrschaft
Die Systemparteien sind politisch und personell ausgezehrt. Sie agieren als große Interessenkoalition für den “öffentlichen Dienst” als solchen. Die Funktionäre und viele Beschäftigte dieser Parteien, der Verwaltung, der Bildungs- und Kulturinstanzen, der Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände, der öffentlich-rechtlichen Dienstleistungen und Sozialarbeit, des Verkehrs usw. bilden den modernen “Adel”, der sich - begründet auf ein weit verzweigtes System von gegenseitigen Abhängigkeiten und Interessen diesen Staat zur Beute gemacht hat. Um ihren Machtverlust, das Ende ihrer Pfründewirtschaft und das Scheitern ihres Systems zu verhindern, ist ihnen jedes Mittel recht, auch der Untergang unseres Volkes.
Dies ist der Punkt, an welchem eine moderne, an nationalen Interessen orientierte Partei anzusetzen hat.
Wir rufen den Systemparteien zu: Ihr habt jegliche Legitimation verloren, für unser Volk zu sprechen. Ihr habt die Deutschen tausendfach hintergangen, beraubt, belogen, getäuscht und bestohlen. Ihr seid Inländerfeinde!
Ihr habt die Demokratie in unserem Land zerstört, die ja Volksherrschaft sein soll. Seit dem Vormärz hat es in diesem Land keine schlimmere Verfolgung von nationalen Menschen mehr gegeben.
Im Jahre 1848 haben sich die Deutschen zwischen Maas und Memel, Etsch und Belt ihre demokratischen Rechte in der großdeutschen und freiheitlichen Revolution unter schweren Opfern erkämpft. Wir lassen uns diese Rechte von den Freiheitsverächtern in Brüssel, Berlin und München nicht nehmen. Eure Demokratie ist die Freiheit für Geldsäcke, für anonyme Gauner, die Euch gekauft haben, um die Völker ungehindert ausplündern zu können. Ihr habt dieses Land zugrunde gerichtet, ungeachtet aller glitzernden Fassaden und Millionäre! Redet bloß nicht mehr von Demokratie, wenn Ihr Euer System meint. Wie Hans-Herbert von Arnim sagte: “Das Grundübel dieser Demokratie ist, daß sie keine ist.”
Eine nationale Volkspartei
Als moderne nationalistische Partei hat die NPD den Willen zur Veränderung. Aufbauend auf ein weltanschauliches Fundament, darf sich die nationale Opposition aber nicht in ein ideologisches Ghetto verrennen. Sie muß flexibel sein, ohne in Beliebigkeit zu verfallen, um die unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten ansprechen zu können. Sie muß modern sein, ohne dem Zeitgeist nachzulaufen. Es gilt, offen und kooperativ gegenüber Gleichgesinnten zu sein, aber auch Grenzen zu ziehen, dort wo es politisch notwendig ist. Eine klare und konsensfähige Linie, die auch das Neben- und Miteinander verschiedener Strömungen zuläßt, ist aber auch konsequent einzuhalten. Die NPD muß den integrativen Charakter einer Volkspartei aufweisen, die in die Mitte unseres Volkes wirkt, sich aber gleichzeitig als grundsätzliche Alternative zu den Systemparteien versteht.
Gott schütze unser deutsches Vaterland!


