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Babyleiche in Walsdorf (Oberfranken) gefunden

03.11.11 (Allgemein)

Am Nachmittag des 24. Oktober 2011 machte eine Frau neben einem Feldweg, nahe der oberfränkischen Ortschaft Walsdorf eine schreckliche Entdeckung. Bei ihrem Spaziergang entlang eines Feldweges, zwischen den Ortschaften Walsdorf und Hetzentänning, fiel der Frau eine Plastiktüte auf, die nahe dem Feldweg in einem Gebüsch abgelegt war. Bei näherem Betrachten entdeckte sie eine in ein Handtuch eingewickelte Babyleiche. Die daraufhin verständigte Polizei untersuchte noch bis spät in die Nacht den Fundort, konnte aber keine weiteren Hinweise auf die Herkunft des toten Säuglings finden.

Bei der Obduktion am Montagmorgen wurde lediglich festgestellt, dass es sich bei dem toten Neugeborenen um ein Mädchen handelte und dass die Leiche schon vor mindestens einer Woche dort abgelegt worden sein muss. Die Todesursache blieb ungeklärt.

Woher kommt das kleine Mädchen? Wer hat sie dort hingelegt? War sie noch am Leben, als sie dort einfach „weggeworfen” wurde? Und wie herzlos kann eine Mutter sein, ein neugeborenes, unschuldiges Kind, das sie neun Monate lang unter ihrem Herzen getragen hat, so kalt und skrupellos in einer Hecke zu „entsorgen”?

Diese Fragen stellen sich viele Menschen, die von diesem schrecklichen Ereignis hörten. Es bleibt unbegreiflich! Man kann nur inständig hoffen, dass diese arme kleine Seele in ihrem leider viel zu kurzem Leben nicht auch noch leiden musste.

Trotz der tiefen Betroffenheit und dem Entsetzen, dass viele Menschen heimgesucht hat, als sie von diesem grausigen Fund hörten, werden viele Mitbürger denken, dass so etwas doch nur ein besonders trauriger Ausnahmefall sei.
Aber weit gefehlt. Laut einer am 27. Mai 2011 vom „Bund deutscher Kriminalbeamter” und der „Deutschen Kinderhilfe” in Berlin veröffentlichten Statistik, stieg die Zahl der getöteten Kinder in Deutschland im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 20% !!! und belief sich auf unglaubliche 183 Fälle.
Von diesen 183 Kindern erreichten 129 nicht einmal das sechste Lebensjahr.
Die Zahl der registrierten Fälle von körperlicher Misshandlung stieg um 7% und die Zahl der sexuellen Missbrauchsfälle an Kindern stieg um 2,7% auf 14 696.

Demnach wird jeden zweiten Tag in Deutschland ein Kind getötet!!!

Diese schockierenden Zahlen sprechen für sich, die Dunkelziffer insbesondere bei Missbrauchsfällen wird auf ein Vielfaches geschätzt.

Angesichts dieser erschreckenden Fakten, lässt sich nicht mehr leugnen, dass wir in einer herzlosen, schrecklichen Zeit leben, in der die meisten Menschen nur noch an das eigene Wohl denken und unfähig sind mit sozialer Verantwortung umzugehen. In solchen Zeiten sind die schwächsten und wehrlosesten Mitglieder, welche am Meisten unter dieser schrecklichen Entwicklung zu leiden haben: Unsere Kinder!

Der Fall Walsdorf zeigt uns auf, dass auch in der ländlichsten Idylle die Welt nicht mehr heil und schön, sondern auch hier alles andere als in Ordnung ist. Jedem von uns wird nach kurzem Nachdenken sofort ein Bericht aus den Medien einfallen, der sich eingeprägt hat, weil er uns besonders berührte. Sei es das Schicksal der kleinen Mary-Jane aus Zella-Mehlis oder der Fall einer 18-Jährigen aus dem Mecklenburg-Vorpommerschen Teldau, die ihr Neugeborenes eiskalt umbrachte und in einem Bettkasten versteckte. „So etwas passiert ja nur weit weg in Großstädten, aber doch nicht hier bei uns”, hätten viele noch vor einer Woche auch in Walsdorf gesagt.
Die traurige Wahrheit ist aber, es geschieht auch hier!

Es wird nie möglich sein, all diese Verbrechen zu verhindern, aber es ist sehr wohl möglich diese viel zu hohen Zahlen zu senken! Es liegt sowohl an den Städten und Gemeinden, die genügend Möglichkeiten bieten müssen für Mütter, die aus welchen Gründen auch immer ihr Kind nicht behalten wollen, gut erreichbare und jedermann zugängliche so genannte Babyklappen und medizinische – und soziale Einrichtungen bereitzustellen. Aber auch jeder Einzelne von ist aufgefordert hinzusehen, wenn eine Schwangere oder junge Mutter vielleicht mit ihrer Gesamtsituation überfordert ist. Dort ist aktive Hilfe anzubieten. In wie vielen Fällen hätte Schlimmeres verhindert werden können, wenn jemand aus dem Umfeld dieser Menschen einfach mal ein mal ein Auge auf seine Mitmenschen geworfen oder einen Schritt auf diese Personen zu gemacht hätte? Zudem muss aufgrund dieser alarmierenden Zahlen von staatlicher Seite umgedacht werden. Es ist dringend notwendig Kinderschutz auch schon vor der Geburt des Kindes zu betreiben. Wenn Ärzte oder Hebammen vorab erkennen, dass die sozialen Bedingungen und die Umgebung werdender Eltern schlecht ungenügend sind, muss bereits präventiv gehandelt werden. Effektive Hilfe ist in solchen Fällen nur dann möglich, wenn alle beteiligten Stellen, Jugendamt, Familienrichter, Ärzte, Hebammen und engagierte Nachbarn im Rahmen eines Gesamtkonzeptes für Vorbeugung und Hilfe zusammenwirken. Derartige Maßnahmen sucht man aber vergebens. Für Einzelmaßnahmen wird zwar viel Geld ausgeben, aber die Ergebnisse sind alles andere als zufriedenstellend. Es bedarf somit dringend eines umfassenden Konzepts, das konsequent umgesetzt und kontrolliert werden muss!

Leider kommt all dies für das kleine Mädchen, das bei Walsdorf gefunden wurde, zu spät. Auf ihrem Grab liegt neben vielen anderen schönen Sträußen ein Herz aus Blumen, mit einem Band auf dem der Name: „Paulina” steht. Dieses Herz fiel deswegen so auf, weil es etwas macht, was sehr wichtig ist, es gibt der Kleinen einen Namen. Es zeigt, dass es sich bei Paulina um eine menschliches Wesen gehandelt hat, um eine junge Seele, die rein und unschuldig war und ein Recht zu Leben hatte und es nicht verdiente, wie Abfall in einer Tüte im Wald zurückgelassen zu werden.
Bei all der Trauer und dem Entsetzen zeigt dies jedoch, dass es noch Menschen gibt, die wirklich Anteil an dem Schicksal dieser unschuldigen kleinen Seele nehmen. So wurde Paulina letztendlich die Würde und Achtung zu teil, die sie zu Lebzeiten nicht bekam.
Freie Kräfte, sowie interessierte Mitmenschen trafen sich an diesem Samstag spontan in kleinem Kreise, um still zur Fundstelle der kleinen Paulina zu ziehen. Dort entzündeten sie ein Licht und legten mehrere weiße Rosen nieder. Weiße Rosen deshalb, da die Farbe für Reinheit und Unschuld steht, so rein und unschuldig wie es die Seele der armen Paulina war. Anschließend versanken sie noch in sich gekehrt und harrten einige Minuten in stillem Gedenken aus.

Unsere Anerkennung gilt allen, die sich ebenfalls dazu entschlossen haben, Blumen, Stofftiere, Kränze und anderes an der Fundstelle und dem Grab niederzulegen, um der armen kleinen Paulina zu gedenken. Hochachtung auch jenen, die sich zur Beerdigung einfanden, um ihr die letzte Ehre zu erweisen.
Ebenfalls sollte man die evangelische Kirchengemeinde Walsdorf lobend hervorheben, für das schöne Grab, die Todesanzeige und die würdevolle Bestattung.

Es liegt an jedem Einzelnen von uns, in Zukunft die Augen stärker aufzuhalten und mehr für die Schwächsten unseres Volkes, insbesondere die Kinder, da zu sein. Das heißt auch, im Zweifelsfall sich einzumischen und Hilfe anzubieten. Aber genauso, den Druck auf die allgemeine kinderfeindliche Politik in Deutschland zu erhöhen!
Paulinas tragischer Tod sollte allen Anstoß sein, dem Zeitgeist einer egoistischen Ellenbogengesellschaft nicht zu erliegen, in der des einen Nachteil, des anderen Vorteil ist. Jene stärker zu bekämpfen, für die das soziale Gewissen nur ein Hindernis für das persönliche Weiterkommen ist. Die Hinwendung und Rückbesinnung auf unsere alten traditionellen Werte wie Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft ist das Gebot der Stunde.
Für das Wichtigste und Schönste, was es auf dieser Welt gibt, für die Zukunft unserer Heimat, für unsere Kinder!