936_gr_fenberg.jpeg hochgeladen bei

Zukunftsängste durch Zeitarbeit

22.04.12 (Allgemein)

Im Zuge einer Infoveranstaltung des Donum-Vitae-Vereins, der sich maßgeblich um Schwangeren-Betreuung bemüht, wurden Ende März 2012 in Schwandorf auch die Gründe offenbar, die bei Schwangeren und jungen Müttern soziale Ängste schüren.

Trotz Arbeit Unterhalt unsicher

Nach Angaben des Vereins resultieren die Zukunftsängste maßgeblich durch die prekären Arbeitsverhältnisse, insbesondere in der Zeitarbeit und im Billiglohnsektor. Sozialpädagogin Irina Frescher sagte gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung (MZ): “Wir haben viele Frauen, die trotz Arbeit nur mühsam ihren Unterhalt bestreiten können.” Die ratsuchenden Mütter, die sich an die Schwandorfer Außenstelle des Vereins wenden und in unbefristeten Leiharbeitsverträgen ihr Leben fristen sind doppelt bestraft. Einmal durch das Lohndumping im Zeitarbeitssektor generell und zusätzlich durch den unhaltbaren Zustand, daß Frauen in der BRD auch bei gleicher Arbeit und Qualifikation statistisch immer noch weit aus weniger verdienen als Männer.

Inder statt Kinder?

“Was also tun, um jungen Familien und werdenden Eltern die Zukunftsangst zu nehmen?”, fragt die MZ treudoof in ihrem eigenen Artikel. Und kommt dann zu der nutzlosen gutmenschlichen Allerweltslösung, daß man von den Arbeitgebern mehr Familienfreundlichkeit fordern sollte. Aber der wild wuchernde Kapitalismus in Deutschland kann mit der familienfeindlichen Politik sehr gut leben, die er seit Jahren massiv selbst beförderte. Während deutsche Familien in den Niedriglohnsektor fest zementiert werden und damit deren Interesse an Nachwuchs aufgrund berechtigter Zukunftsängste zurückgedrängt wird, locken die kapitalistischen Interessensverbände immer weiter Fremdarbeiter aus anderen Ländern in die BRD. Diese nutzt man dann zur weiteren Lohndrückerei, um die Bilanzen der Unternehmerschaft noch gewinnträchtiger gestalten zu können.

Gesetzliche Beschneidung des Kapitalismus notwendig

Alles auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung und der sozial Schwachen in Deutschland. Wenn in der BRD die “Kinder- und Familienfreundlichkeit” wieder Einzug halten soll, so geht dies nur einher mit der Beschneidung der kapitalistischen Ausbeutungsstrategie, welche die herrschende Klasse gegen das eigene Volk seit Jahrzehnten betreibt. Ein erster Schritt wäre die asoziale Zeitarbeit zu verbieten, einen gesetzlichen Mindestlohn über alle Branchen einzuführen, von dem jeder ohne staatliche Hilfe gut leben kann. Natürlich versteht es sich von selbst auch gleiche Löhne für die gleiche Arbeit zu zahlen, bei Mann und Frau. Diese Forderungen verpuffen jedoch als laues Bittgesuch, sie gehören gesetzlich verankert.

Kapitalismus abschaffen – Zeitarbeit verbieten – Gleiche Löhne für gleiche Arbeit!